Wettbewerb 8×45 / Projekt mit WEGA Film / unverfilmt / © alle Rechte bei dst
Unus Mundus
…Die Aufhebung des Dualismus von Psyche und Materie wird von C. G. Jung mit dem Begriff des „unus mundus“ = „eine Welt“ gefasst. Der Terminus stammt aus der scholastischen Philosophie und bezeichnet dort den potentiellen archetypischen Weltplan Gottes, bevor die Schöpfung begann. Im „unus mundus“ sind noch alle Gegensätze, sogar derjenige von Vielheit und Einheit vereint.
Die Interpretation folgt dem „keine-Grenzen Vorschlag“ von Stephen Hawking:
…Diese Theorie besagt, dass es keine “Randbedingungen” im Sinne “Zustand zu Beginn” gibt, d.h. es gibt keinen zeitlichen und räumlichen Anfang oder Ende. Das Universum ist in diesem Modell räumlich endlich, aber auch unbegrenzt. Besser kann man sich das vorstellen, wenn man es mit der Oberfläche eines Balls vergleicht: keine Ränder, aber auch keine unendliche Ausdehnung. …
Aus den kommunikatorischen Lücken zwischen den Autoren, Redakteuren, Produzenten, aber auch zwischen Autoren und Regisseuren entstehen die meisten Missverständnisse und Konflikte, die nicht selten in “development hell” münden.
Überspitzt gesagt: Der Autor sitzt allein am Schreibtisch und tippt die x-te Fassung der Szene in seinen Computer ein. Der Produzent bewacht seine Kasse und rückt mit dem Geld immer erst dann heraus, wenn der mittlerweile verschuldete Autor schreiend sein Büro betritt.
Der gebildete Dramaturg macht am Reißbrett seine Grafiken oder schreibt die zehnte Expertise, die ohnehin kaum jemand ernst nimmt, -denn soeben hat der Produzent oder Redakteur dem Autor mitgeteilt, dass sie doch lieber eine Komödie statt ein Drama hätten, aber mit einem tragischen Touch bitte.
Sie lassen sich oft nicht wirklich auf die Geschichten ein, was Autoren in den Wahnsinn treibt, denn diese müssen sehr präzise wissen, was warum geändert werden muss.
Die Suche nach der stimmigen Visualisierung, die ja am besten läuft, wenn der Regisseur, Kameramann, Location Scout und Art Director in die screenplay conferences involviert sind, findet erst kurz vor dem Dreh statt, weil die Produzenten nicht alles und vor allem nicht sofort finanzieren können.
So gibt es keine Zeit für große Visionen, sondern meistens werden nur Löcher gestopft. Die quality makers - Autor, Regisseur, Produzent, Redakteur – können also weder emotional noch mental auf das Projekt einsteigen, weil Hektik bekanntlich selten inspiriert. All das ist verhängnisvoll und rächt sich mit mittelmäßigen Filmen. Das Projekt, das am Anfang als viel versprechend eingestuft war, bekommt nicht die Flügel, die es verdient hat. (Dorota Paciarelli, die Leiterin des Script & Development labs der Nordmedia)
Über Drehbuchstoffe und deren Enwicklung diskutieren am Podium:
Der Direktor des österreichischen Filminstituts Mag. Roland Teichmann.
Der Geschäftsführer des Drehbuchforums Wien, Bruno Pellandini
und der Obmann des Verbands der österr. Filmproduzenten Helmuth Grasser
Die Diskussion wird von der Regisseurin Dagmar Streicher geleitet.
Erweitertes Panel im Publikum:- Dr. Peter Zawrel, Geschäftsführer des Wiener Filmfonds,
- Heinz Ambrosch, Redakteur in der Fernsehfilmabteilung des ORFs - Götz Spielmann, Vorstandsmitglied des Verbandes der Drehbuchautoren Austria, Autor und Regisseur - Andrea Maria Dusl, Vorstandsmitglied des Filmregieverbandes, Regisseurin und Autorin, und Mitglied der Projektkommission im Österreichischen Filminstitut.
28/09/2005 @ Filmakademie 14-18h
Während der ersten sieben Minuten des Films kann der Zuseher einen minutiös geplanten Mord beobachten. Es ist der erste von zwei Morden, die Martha A. begeht. Sie rächt sich und macht den Zuschauer zum unfreiwilligen Komplizen. Die intelligent planende und kühl kalkulierende Mörderin ist gleichzeitig und mindestens ebenso glaubwürdig das enorm verängstigte, verstörte, und von Erinnerungen geplagte Opfer. Ihr Innenleben, das sie Niemandem mitteilen kann, treibt sie in wilde innere Konflikte. Ganz alleine (Solo) jongliert sich Martha A. aus der stetig enger werdenden Schlinge, die die Polizei und nicht zuletzt auch sie selbst um ihren Hals legen. In ihrem Alleingang wirft Martha A. Fragen auf, die unser Gesellschaftssystem, unser Strafsystem und unsere moralischen Werte ins Wanken bringen, ohne jemals zu moralisieren oder diese Fragen in einem Dialog zu kommentieren. Opfer und Täterrollen verschwimmen.
©dst2003 / Alle Rechte liegen bei der Autorin
